Fortbildung von Schlüsselpersonen im Rahmen des Projekts Alpha 16+
11. - 13. Juli 2007 , Sofia, Bulgaria

Die Fortbildung im Rahmen des Projekts Alpha 16+ richtete sich vor allem an Berater, die im unmittelbaren Umfeld von analphabeten jungen Roma (16-25 Jahre alt) arbeiten (Sozialarbeiter, Gemeindevertreter, Mitarbeiter des Jugendamtes). Diesen Personen in Schlüsselpositionen sollten neue Wege aufgezeigt werden, die Ausbildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten junger Roma zu verbessern.
Am ersten Fortbildungstag hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, das Toledo-Rollenspiel auszuprobieren. Dieses basiert auf dem Vorbild der spanischen Stadt Toledo, die berühmt ist für das harmonische Zusammenleben von Christen, Moslems and Juden während des Mittelalters. Im Rahmen des Rollenspiels sollten sich die Teilnehmer in die Rollen ausgewählter historischer Charaktere hineinversetzen und gemeinsam die Lösung für ein interkulturelles Problem innerhalb des Spiels finden. Dies soll dazu beitragen ein besseres Verständnis sowohl der eigenen Einstellungen und Handlungen, als auch der Verhaltensweisen der Anderen zu entwickeln. Die Teilnehmer hatten generell keine Schwierigkeiten, in die Rollen anderer zu schlüpfen und die Probleme, vor die ihre vorgestellte Stadt gestellt war, zu lösen. Sie betonten zudem, dass sie gewohnt sind, ähnliche Konflikte in ihren Gemeinden mit solchen Methoden zu lösen, und stimmten überein, dass das Rollenspiel ein sehr geeignetes Instrument zur Verbesserung der Kommunikation und der Akzeptanz in einer multiethnischen und multikulturellen Gesellschaft ist.

Der zweite Tag stand unter dem Motto „Die Bildung – der Schlüssel zur Integration“. Die Annährung an dieses Thema wurde über die Methode des Future Creating Workshop geleistet. In der ersten Kritikphase der Methode diskutierten die Teilnehmer über die größten Hemmnisse, die sich in der Motivation von jungen Analphabeten zum Lernen und zur Weiterbildung ergeben. Als wesentliche Hindernisse wurden genannt:
- das mangelnde Interesse an Bildung seitens der Eltern,die häufig analphabet oder sehr schlecht ausgebildet sind
- der niedrige soziale Status der Eltern
- die Diskriminierung in der Schule
- der Mangel an Kommunikation zwischen Kindern von Roma und anderen Kindern, sowie zwischen Schülern, Lehrern und Eltern
Nach der Kritikphase sollten die Teilnehmer wieder ihre Vorstellungskraft gebrauchen. Sie wurden in zwei Gruppen aufgeteilt, von denen die eine sich vorstellen sollte, sie sei Gewinnerin des Ersten Europäischen Preises für die beste Motivationspraktiken für junge Analphabeten, während die andere Gruppe den 80. Geburtstag des Großvaters im Familienkreis feiern und jedes Kind/Enkelkind seine persönliche Erfolgsgeschichte als Geschenk präsentieren sollte.
Zurück in der Realität versuchten die Teilnehmer mithilfe der zuvor gesammelten Ideen die ersten und wichtigsten Schritte auf dem Weg zur Erreichung ihres langfristigen Ziels, bessere Bildung und Integration der jungen Roma zu erreichen, zu definieren.
Die endgültigen Ergebnisse des Future Creating Workshop waren zwei Projektideen: “Bessere Bildung durch Sanktionen ” vor allem von Lehrern und Eltern, die ihren Pflichten nicht gewissenhaft nachgehen und „Gegen die Diskriminierung in der Schule“ durch gemeinsame Aktionen (z.B. im Sport-, Kulturbereich) und andere Seminare, Diskussionsforen und Fortbildungen zur besseren interkulturellen Kommunikation.
Moderatoren des Workshops waren Vanya Ivanova and Anelia Miteva vom DVV International.
